Guide · International

Länder mit niedrigen Steuern.

Wo der Staat wenig verlangt – und warum Deutschland trotzdem mitredet.

Welche Länder für Privatpersonen und Unternehmer wenig Steuern erheben, was das deutsche Recht unter einem Niedrigsteuerland versteht, welche Gebiete auf der Steueroasen-Liste stehen und was bei einem Umzug wirklich zählt.

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01 — Ausgangslage

Der Satz ist nur die halbe Rechnung.

Viele Länder werben mit niedrigen oder gar keinen Einkommensteuern. Für Unternehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt aber nicht nur der Satz im Zielland. Entscheidend ist, ob die Steuerpflicht in der Heimat wirklich endet – und welche Regeln danach weiter greifen.

Wer in Deutschland eine Wohnung behält oder sich hier gewöhnlich aufhält, versteuert sein Welteinkommen hier, egal wo er gemeldet ist. Ein niedrig besteuertes Land hilft nur, wenn der Lebensmittelpunkt tatsächlich dorthin wandert.

02 — Beispiele

Vier Länder, vier Systeme.

Laut den Steuerbehörden der jeweiligen Länder, Stand Oktober 2026.

  • VAE / Dubai

    Keine Einkommensteuer auf Lohn.

    Privatpersonen zahlen keine allgemeine Einkommensteuer. Unternehmen zahlen seit 2023 0 Prozent bis 375.000 AED Gewinn und 9 Prozent darüber. Ein DBA mit Deutschland gibt es seit 2022 nicht mehr.

    Golf
  • Monaco

    Keine Einkommensteuer für Ansässige.

    Wer tatsächlich in Monaco lebt, zahlt keine Einkommensteuer – ausgenommen französische Staatsangehörige. Unternehmen mit mehr als 25 Prozent Umsatz außerhalb Monacos zahlen Gewinnsteuer.

    Europa
  • Zypern

    Bis 35 %, aber Non-Dom-Vorteile.

    Seit 2026 sind die ersten 22.000 EUR steuerfrei, der Spitzensatz liegt bei 35 Prozent, Gesellschaften zahlen 15 Prozent. Non-Doms zahlen keine Abgabe auf Dividenden und Zinsen.

    EU
  • Thailand

    Steuer bei Überweisung.

    Ab 180 Tagen im Jahr ist man ansässig. Auslandseinkommen wird besteuert, sobald es nach Thailand überwiesen wird – mit Sätzen von 0 bis 35 Prozent.

    Asien
03 — Sicht aus Deutschland

Was das Außensteuergesetz verlangt.

Laut Außensteuergesetz (AStG).

  • § 2 AStG

    Was als Niedrigsteuerland gilt.

    Ein Land gilt als niedrig besteuernd, wenn die Einkommensteuer auf 77.000 EUR dort um mehr als ein Drittel unter der deutschen liegt – oder wenn eine Vorzugsbesteuerung die Steuer erheblich mindern kann.

  • Erweitert beschränkt

    Zehn Jahre deutsche Steuer.

    Wer als Deutscher in ein Niedrigsteuerland zieht und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, bleibt bis zehn Jahre nach dem Wegzugsjahr mit allen nicht ausländischen Einkünften steuerpflichtig – ab 16.500 EUR im Jahr.

  • § 6 AStG

    Wegzugsbesteuerung.

    Wer mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft hält, versteuert beim Wegzug die stillen Reserven, als hätte er die Anteile verkauft.

  • Hinzurechnung

    Unter 15 Prozent wird es kritisch.

    Erzielt eine ausländische Gesellschaft passive Einkünfte, die mit weniger als 15 Prozent besteuert werden, kann Deutschland diese Gewinne dem Gesellschafter zurechnen.

04 — Steueroasen-Liste

Was Deutschland als nicht kooperativ einstuft.

„Steueroase“ ist kein Rechtsbegriff. Rechtlich zählt die Liste nicht kooperativer Steuerhoheitsgebiete nach dem Steueroasen-Abwehrgesetz. Die zugehörige Verordnung nennt derzeit elf Gebiete, darunter Panama, Fidschi, Samoa, Vanuatu und Russland. Zahlungen dorthin und Geschäfte mit dortigen Gesellschaften unterliegen in Deutschland verschärften Regeln.

Die Liste folgt der EU-Liste und ändert sich regelmäßig. Die VAE, Monaco, Zypern oder Thailand stehen nicht darauf. Wie Banken weltweit Kontodaten austauschen, erklärt der Guide Offshore-Konto.

05 — Entscheidung

Wann ein Umzug steuerlich trägt.

Ein niedrig besteuertes Land lohnt sich steuerlich nur, wenn Sie dort wirklich leben, die deutsche Wohnung aufgeben und die Wegzugsregeln vorher geprüft haben. Halten Sie Anteile an einer GmbH, kann die Wegzugsbesteuerung sofort Steuer auslösen. Was danach bleibt, zeigt der Guide Beschränkte Steuerpflicht.

Für ortsunabhängige Unternehmer ist die Firma oft ein eigenes Thema: Eine US-LLC lässt sich aus jedem Wohnsitzland führen, versteuert wird ihr Gewinn aber dort, wo der Inhaber lebt und die Firma leitet. TAXXIT gründet und betreut US-LLCs; für das Steuerrecht im Zielland vermitteln wir auf Wunsch Berater vor Ort.

06 — Fragen

Sechs Fragen.

  • Zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate für Privatpersonen und Monaco für dort ansässige Personen, ausgenommen französische Staatsangehörige. Für Deutsche hilft das nur bei einem echten Wegzug, und die erweiterte beschränkte Steuerpflicht kann noch zehn Jahre nachwirken.

Verfasst von

TAXXIT Fachredaktion.

Zuletzt fachlich geprüft

Geprüft wurden Gebühren, Bearbeitungszeiten der Behörden, Formularstände und alle genannten Fristen.

Nächste Durchsicht spätestens in sechs Monaten oder bei Rechtsänderung.

Die Guides entstehen aus der laufenden Mandatsarbeit: Gründungen in Wyoming, New Mexico, Florida und Delaware, Kontoeröffnungen bei US-Banken, EIN- und ITIN-Anträge sowie die Abstimmung mit deutschen Steuerberatern. Geschrieben wird von der Mandatsführung, gegengelesen von US-Attorneys und CPAs aus unserem Netzwerk. Was nicht belegbar ist, steht nicht drin.

Fachgebiete

  • US-Gesellschaftsrecht (LLC, C-Corp)
  • IRS-Meldepflichten (EIN, ITIN, Form 5472)
  • Deutsche Hinzurechnungs- und Anzeigepflichten
  • US-Banking und Business Credit
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