Steuern USA.
Zwei Systeme. Ein Ansprechpartner.
Wie das US-Steuersystem aufgebaut ist, was für US-LLCs und Kapitalanlagen gilt und wie es mit der deutschen Besteuerung zusammenspielt.
Drei Ebenen: Bund, Staat, Gemeinde.
Steuern in den USA werden auf drei Ebenen erhoben – und jede hat eigene Regeln, Sätze und Fristen.
- Bund
Federal Income Tax.
Der IRS erhebt die Bundeseinkommensteuer mit Stufensätzen von 10 bis 37 Prozent. Für 2026 greift der Spitzensatz bei Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Einkommen von 640.600 USD. Kapitalgesellschaften (C-Corporations) zahlen pauschal 21 Prozent.
IRS - Bundesstaat
State Tax.
Die meisten Bundesstaaten erheben eine eigene Einkommensteuer. Neun Staaten, darunter Florida, Texas und Wyoming, besteuern Löhne und Gehälter nicht. Dazu kommt in fast allen Staaten eine Sales Tax auf Verkäufe an Endkunden.
je Staat - Gemeinde
Local Tax.
Counties und Städte erheben vor allem Grundsteuer (Property Tax) auf Immobilien und oft Zuschläge zur Sales Tax. Wer keine Immobilie und kein Büro in den USA hat, ist davon meist nicht betroffen.
lokal
Wer wird wo besteuert?
Die USA besteuern nach Quelle und Ansässigkeit, Deutschland besteuert seine Einwohner nach dem Welteinkommen. Das Doppelbesteuerungsabkommen regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Für US-LLCs ohne US-Betriebsstätte, die aus Deutschland geführt werden, gilt in der Regel: Deutschland besteuert die Gewinne, die USA verlangen eine Meldung. Die Einzelheiten erklärt der Guide DBA USA–Deutschland.
Diese Meldung ist Form 5472 – eines der teuersten Formulare überhaupt, wenn es fehlt: 25.000 USD Strafe je Formular und Jahr.
Vier Meldungen.
Was eine US-LLC mit ausländischen Gesellschaftern beim IRS und beim Bundesstaat abgibt.
- 01
Form 5472.
Für jede US-LLC mit mindestens 25 Prozent ausländischer Beteiligung verpflichtend. Strafe bei Nichtabgabe: 25.000 USD je Formular und Jahr. Fällig · 15. April.
- 02
Form 1120.
Bei der Single-Member-LLC als Disregarded Entity das Deckblatt (pro forma) für Form 5472. Eine Steuerberechnung enthält es nicht, Pflicht ist es trotzdem. Fällig · 15. April.
- 03
Form 1065.
Für Multi-Member-LLCs. Erfasst die Gewinnverteilung und den Schedule K-1 je Gesellschafter. Fällig · 15. März.
- 04
Jahresgebühren der Staaten.
Wyoming mindestens 60 USD zum Annual Report, Delaware 400 USD Annual Tax für LLCs (fällig 1. Juni), Florida 138,75 USD zum Annual Report. Diese Gebühren erhebt der Bundesstaat, nicht der IRS. Fällig · je Staat.
Vier Begriffe, die alles entscheiden.
Wer diese vier Kategorien nicht sauber zuordnet, riskiert Nachforderungen oder verpasst Entlastung.
- ECI
Effectively Connected Income.
US-Einkünfte aus aktiver Geschäftstätigkeit in den USA. Sie werden in den USA mit den regulären Sätzen besteuert – auch bei Nicht-Ansässigen. Nach dem DBA aber nur, soweit eine US-Betriebsstätte besteht.
- FDAP
Fixed, Determinable, Annual, Periodical.
Passive US-Einkünfte wie Zinsen, Dividenden und Lizenzen. 30 Prozent Quellensteuer auf den Bruttobetrag, durch das DBA meist ermäßigt.
- Nexus
Sales Tax Nexus.
Pflicht zur Sales Tax in einem Bundesstaat, ausgelöst durch physische Präsenz oder eine Umsatzschwelle (oft 100.000 USD).
- DBA
Doppelbesteuerungsabkommen.
DE-USA (1989/2006), AT-USA (1996), CH-USA (1996). Sie vermeiden doppelte Besteuerung, die Ermäßigung muss aber aktiv nachgewiesen werden.
Der wichtigste Formsatz.
Jede US-LLC mit mindestens 25 Prozent ausländischer Beteiligung ist meldepflichtig. Form 5472 dokumentiert alle meldepflichtigen Transaktionen zwischen der LLC und ihren ausländischen Gesellschaftern – auch Einlagen, Darlehen und Verrechnungen.
Frist: 15. April des Folgejahres, mit Form 7004 verlängerbar bis 15. Oktober. Bei Nichtabgabe drohen 25.000 USD Strafe je Formular und Jahr. Mehr dazu im Guide Form 5472.
Kapitalertragsteuer USA.
Für Anleger aus Deutschland mit US-Aktien gilt: Kursgewinne sind in den USA laut IRS grundsätzlich nicht steuerpflichtig, wenn Sie sich im Jahr weniger als 183 Tage in den USA aufhalten und sie nicht mit einem US-Geschäftsbetrieb zusammenhängen. Auf Dividenden behalten die USA dagegen Quellensteuer ein: 30 Prozent ohne Formular, 15 Prozent nach dem DBA mit einem gültigen W-8BEN. Wie das Formular funktioniert, erklärt der Guide US-Quellensteuer und W-8BEN.
In Deutschland unterliegen Kursgewinne und Dividenden der Abgeltungsteuer von 25 Prozent nach § 32d EStG, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die US-Quellensteuer wird angerechnet, aber nur in der Höhe, die nach dem DBA zulässig ist. Wer ohne W-8BEN 30 Prozent einbehalten bekommt, kann die Differenz nur in den USA zurückholen.
Wer in den USA steuerlich ansässig ist, zahlt auf langfristige Kursgewinne (Haltedauer über ein Jahr) 0, 15 oder 20 Prozent, je nach Einkommen; kurzfristige Gewinne werden wie normales Einkommen besteuert. Bei hohen Einkommen – für Alleinstehende ab 200.000 USD – kommen 3,8 Prozent Net Investment Income Tax hinzu.
Wann US-Steuer einbehalten wird.
US-Zahler behalten auf FDAP-Einkünfte 30 Prozent Steuer ein – es sei denn, ein gültiges W-8BEN (Privatperson) bzw. W-8BEN-E (Gesellschaft) weist den Anspruch aus dem DBA nach. Für Deutschland senkt das DBA die Sätze je nach Einkunftsart auf 0 bis 15 Prozent. Ohne gültiges W-8-Formular wird der volle Satz einbehalten; zurück gibt es ihn nur über eine US-Steuererklärung.
Der Jahreskalender.
15. März: Form 1065 für Multi-Member-LLCs. 15. April: Form 1120 mit Form 5472 für Single-Member-LLCs. Erster Tag des Gründungsmonats: Wyoming Annual Report. 1. Juni: Delaware Annual Tax (400 USD) für LLCs. Viermal im Jahr: Steuervorauszahlungen bei C-Corporations. Alle Termine zeigt der Compliance-Kalender.
Was Unternehmer fragen.
Auf Bundesebene erhebt der IRS die Einkommensteuer (2026: 10 bis 37 Prozent) und die Körperschaftsteuer (21 Prozent). Die Bundesstaaten erheben eigene Einkommensteuern und eine Sales Tax, Gemeinden vor allem Grundsteuer. Eine Mehrwertsteuer auf Bundesebene gibt es nicht.
In der Regel ja. Das DBA weist das Besteuerungsrecht dem Ansässigkeitsstaat zu, sofern in den USA keine Betriebsstätte besteht. Deutsche Anteilseigner erklären die Gewinne im Rahmen der deutschen Einkommen- oder Körperschaftsteuer.
Als Nicht-Ansässiger mit weniger als 183 Tagen Aufenthalt im Jahr in der Regel nicht – Kursgewinne sind laut IRS dann grundsätzlich nicht steuerpflichtig, sofern sie nicht mit einem US-Geschäftsbetrieb zusammenhängen. Auf Dividenden behalten die USA Quellensteuer ein, mit W-8BEN nach dem DBA 15 Prozent. In Deutschland unterliegen Kursgewinne und Dividenden der Abgeltungsteuer.
Ein fester Geschäftsort, ein abhängiger Vertreter mit Abschlussvollmacht oder eine Baustelle, die länger als zwölf Monate besteht. Eine Website, ein Registered Agent oder eine Mailbox-Adresse begründen in der Regel keine Betriebsstätte.
Eine C-Corporation zahlt auf ihren Gewinn 21 Prozent Bundessteuer, je nach Staat kommt eine State Tax hinzu. Eine LLC als Disregarded Entity oder Partnership zahlt selbst keine Körperschaftsteuer. Erzielt sie Einkünfte aus einer US-Betriebsstätte, sind die Gesellschafter damit in den USA steuerpflichtig.
Die Bescheinigung, mit der eine ausländische Gesellschaft ihren Status gegenüber US-Zahlern nachweist. Nötig, um die Quellensteuer nach dem DBA zu senken. Gültig ab Unterschrift bis zum Ende des dritten darauffolgenden Kalenderjahres, solange sich nichts ändert.
Nur wenn in einem US-Bundesstaat ein Nexus besteht – durch Lager, Personal oder eine Umsatzschwelle. Für Dienstleistungen an Unternehmen in der Regel nicht, weil viele Staaten Dienstleistungen gar nicht besteuern. Wer physische Ware an US-Endkunden verkauft, muss die Umsätze je Staat im Blick behalten.
Beneficial Ownership Information Report an FinCEN. Die Rechtslage hat mehrfach gewechselt: eingeführt, gerichtlich gestoppt, zeitweise ausgesetzt. Laut FinCEN (Stand August 2026) sind in den USA gegründete Gesellschaften von der BOI-Meldepflicht befreit. Für die meisten Kunden ist keine Meldung nötig; wir prüfen den Status je Gesellschaft einzeln.
In der Regel nicht. Wer in den USA ansässig wird, ist dort mit seinem Welteinkommen steuerpflichtig – mit Bundessteuer bis 37 Prozent und je nach Staat einer State Tax. In Deutschland kann beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG auf Beteiligungen an Kapitalgesellschaften greifen. Ein Umzug braucht eine eigene Prüfung und ist kein Nebenprodukt einer LLC-Gründung.
Was daneben liegt.
- Guide
Mehrwertsteuer USA.
Sales Tax statt Mehrwertsteuer.
- Wissen
US LLC Steuern Deutschland.
Fokus: deutsche Besteuerung einer US-LLC.
- Wissen
US LLC im Detail.
Rechtsform, Steuerklassifikation, Bundesstaaten.
- Wissen
Compliance.
BOI-Status, Jahresgebühren, Registered Agent.
- Tool
Compliance-Kalender.
Fristen für Formulare und Jahresmeldungen im Überblick.
Ein Gespräch.
Dreißig Minuten. Antwort innerhalb eines Werktags.
Die Meldepflicht, die am häufigsten übersehen wird. Guide: Form 5472 und die Meldepflicht
Zwei Länder, zwei Perspektiven.
Eine US-LLC wird in den USA und im Wohnsitzland unterschiedlich betrachtet. Was in den USA steuerlich transparent ist, kann im Heimatland anders eingeordnet werden.
Entscheidend ist, wo Sie leben und von wo die Gesellschaft geführt wird. Diese Fragen sollten vor der Gründung geklärt werden, nicht erst bei der ersten Steuererklärung.
