Mehrwertsteuer USA.
Keine Mehrwertsteuer – aber Sales Tax in fast jedem Bundesstaat.
Wie die US-Sales-Tax funktioniert, wann eine US-LLC sie erheben muss und was für Verkäufe über Amazon oder den eigenen Shop gilt.
Warum es keine US-Mehrwertsteuer gibt.
Die USA haben weder eine Mehrwertsteuer noch eine Umsatzsteuer nach deutschem Vorbild. Steuern auf den Verbrauch sind dort Sache der Bundesstaaten. Fast alle erheben eine Sales Tax – eine Steuer, die nur einmal anfällt, nämlich beim Verkauf an den Endkunden.
Für eine US-LLC heißt das: Es gibt keine Umsatzsteuer-Voranmeldung beim IRS. Ob und wo Sales Tax anfällt, entscheidet sich Staat für Staat. Den Überblick über die übrigen US-Steuern gibt der Guide US-LLC Steuern in Deutschland.
So funktioniert die Sales Tax.
- System
Keine Mehrwertsteuer auf Bundesebene.
Die USA erheben keine Umsatz- oder Mehrwertsteuer auf Bundesebene. Stattdessen legen die Bundesstaaten, oft zusätzlich Counties und Städte, eine Sales Tax fest.
- Erhebung
Nur beim Endkunden.
Die Sales Tax wird einmal erhoben, beim Verkauf an den Endkunden. Einen Vorsteuerabzug wie in Deutschland gibt es nicht; Händler kaufen Ware für den Weiterverkauf in der Regel steuerfrei mit einem Resale Certificate ein.
- Sätze
Jeder Staat mit eigenen Sätzen.
45 Bundesstaaten und Washington, D.C. erheben eine landesweite Sales Tax. Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon tun das nicht – in Alaska dürfen allerdings Gemeinden eine eigene Steuer erheben.
- Preise
Netto ausgezeichnet.
Preise werden in den USA meist ohne Sales Tax angegeben. Die Steuer kommt erst an der Kasse hinzu und richtet sich in der Regel nach dem Lieferort des Kunden.
Wann Ihre LLC Sales Tax erheben muss.
Entscheidend ist der Nexus – die steuerliche Verbindung zu einem Bundesstaat.
- Physisch
Physical Nexus.
Wer in einem Bundesstaat ein Büro, Mitarbeiter oder Ware auf Lager hat – zum Beispiel in einem Amazon-Lager –, ist dort für die Sales Tax steuerpflichtig.
- Wirtschaftlich
Economic Nexus.
Seit dem Urteil South Dakota v. Wayfair (2018) reicht auch Umsatz ohne Präsenz. Viele Staaten setzen die Grenze bei 100.000 USD Jahresumsatz mit Kunden im Staat; einige nennen zusätzlich eine Zahl von Transaktionen. Die genauen Schwellen legt jeder Staat selbst fest.
- Marktplätze
Amazon & Co. führen ab.
Nach den Marketplace-Facilitator-Gesetzen erheben große Marktplätze wie Amazon oder Etsy die Sales Tax für Verkäufe über ihre Plattform selbst und führen sie ab. Für Verkäufe über den eigenen Shop bleibt der Händler zuständig.
Was das für Ihre LLC bedeutet.
Beratung, Agenturleistungen oder Software-Entwicklung für Unternehmen lösen in vielen Staaten keine Sales Tax aus, weil Dienstleistungen dort nicht besteuert werden. Anders ist es im E-Commerce: Wer physische Ware an US-Endkunden verkauft, muss die Umsätze je Staat im Blick behalten.
Wer über Amazon verkauft, ist durch die Marketplace-Regeln meist entlastet – mehr dazu im Guide Amazon FBA mit Wyoming LLC. Verkauft die LLC zusätzlich über einen eigenen Shop, sind Registrierung und Abführung in den Staaten mit Nexus ihre eigene Aufgabe. Den Weg zur LLC begleitet TAXXIT unter US LLC gründen.
Sechs Fragen.
Nein. Die USA erheben keine Mehrwert- oder Umsatzsteuer auf Bundesebene. Die Bundesstaaten und Gemeinden erheben stattdessen eine Sales Tax auf Verkäufe an Endkunden.
Nur in den Bundesstaaten, in denen sie Nexus hat – also eine physische Präsenz oder einen Umsatz über der Schwelle des jeweiligen Staates. Wer nur an Unternehmen Dienstleistungen erbringt, ist oft nicht betroffen, weil viele Staaten Dienstleistungen gar nicht besteuern.
Der Gründungsstaat allein entscheidet nicht. Sales Tax hängt davon ab, wohin Sie verkaufen und ob Sie dort Nexus haben. Wyoming erhebt eine staatliche Sales Tax von 4 Prozent, Counties können Zuschläge erheben.
Das regelt jeder Bundesstaat anders. Manche besteuern Software und digitale Produkte, andere nicht. Wer digitale Produkte an US-Endkunden verkauft, sollte die Regeln der Staaten mit den meisten Kunden prüfen.
Ja, in jedem Staat mit Nexus. Dort beantragen Sie eine Sales Tax Permit, erheben die Steuer beim Verkauf und führen sie regelmäßig an den Staat ab. Für Verkäufe über Marktplätze übernimmt das in der Regel die Plattform.
Nein. Beide Systeme sind voneinander unabhängig. Ob für Ihre Leistungen deutsche Umsatzsteuer anfällt, hängt davon ab, wo und an wen die Leistung erbracht wird. Das klären wir im Erstgespräch mit dem Steuerberater.
TAXXIT Fachredaktion.
Geprüft wurden Gebühren, Bearbeitungszeiten der Behörden, Formularstände und alle genannten Fristen.
Nächste Durchsicht spätestens in sechs Monaten oder bei Rechtsänderung.
Die Guides entstehen aus der laufenden Mandatsarbeit: Gründungen in Wyoming, New Mexico, Florida und Delaware, Kontoeröffnungen bei US-Banken, EIN- und ITIN-Anträge sowie die Abstimmung mit deutschen Steuerberatern. Geschrieben wird von der Mandatsführung, gegengelesen von US-Attorneys und CPAs aus unserem Netzwerk. Was nicht belegbar ist, steht nicht drin.
Fachgebiete
- US-Gesellschaftsrecht (LLC, C-Corp)
- IRS-Meldepflichten (EIN, ITIN, Form 5472)
- Deutsche Hinzurechnungs- und Anzeigepflichten
- US-Banking und Business Credit
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