Empfehlungsvereinbarung.
Empfehlungsvereinbarung: Vorlage für ein Referral Agreement nach US-Recht
Eine Empfehlungsvereinbarung (Referral Agreement) regelt, unter welchen Bedingungen ein Empfehlender einem Leistungsanbieter Kunden vermittelt und wann er dafür eine Vergütung erhält. Kern ist die Definition einer qualifizierten Einführung und des Zeitpunkts, ab dem die Vergütung verdient ist. Die Vorlage ist für gewöhnliche gewerbliche Empfehlungen gedacht, nicht für regulierte Bereiche wie Immobilien, Kredite, Wertpapiere, Versicherungen, Gesundheit oder Rechtsdienstleistungen.
Worum es geht.
Eine Empfehlungsvereinbarung (Referral Agreement) regelt, unter welchen Bedingungen ein Empfehlender einem Leistungsanbieter Kunden vermittelt und wann er dafür eine Vergütung erhält. Kern ist die Definition einer qualifizierten Einführung und des Zeitpunkts, ab dem die Vergütung verdient ist. Die Vorlage ist für gewöhnliche gewerbliche Empfehlungen gedacht, nicht für regulierte Bereiche wie Immobilien, Kredite, Wertpapiere, Versicherungen, Gesundheit oder Rechtsdienstleistungen.
Dies ist eine Vorlage, keine Rechtsberatung. Lassen Sie das fertige Dokument vor der Verwendung von einem Anwalt vor Ort prüfen und bei Bedarf an Ihren Fall anpassen.
Wann Sie das Dokument brauchen.
- Ein Geschäftspartner stellt Ihrer LLC regelmäßig Kontakte zu potenziellen Kunden vor
- Sie vergüten Tippgeber für erfolgreich abgeschlossene Aufträge
- Ihre LLC empfiehlt selbst Kunden an eine Agentur oder einen Dienstleister weiter
- Ein Partnerprogramm soll mit klaren Regeln zu Dubletten und bestehenden Kontakten starten
- Mündlich vereinbarte Empfehlungsprovisionen sollen schriftlich festgehalten werden
Was hineingehört.
- Leistungsanbieter und Empfehlender sowie gewählter US-Bundesstaat und Sprache
- Erfasste gewöhnliche gewerbliche Leistungen und Zielkunden
- Voraussetzungen einer qualifizierten Einführung sowie Übermittlung, Nachweis und Annahme
- Umgang mit bestehenden Kontakten, Dubletten und ausgeschlossenen Geschäften
- Vergütung als fester Betrag je Abschluss oder als Prozentsatz einer genau bestimmten Basis
- Zeitpunkt, ab dem die Vergütung verdient ist, Abrechnung, Zahlungsfrist sowie Storno und Rückzahlung
- Weitergabe von Kontaktdaten, Offenlegung vergüteter Empfehlungen und Kostentragung
- Laufzeit, Beendigung, nachlaufende Ansprüche und Ansprechpartner bei Streit
Was häufig schiefgeht.
- Keine Definition der qualifizierten Einführung: Reicht eine weitergeleitete E-Mail-Adresse oder braucht es ein Erstgespräch? Ohne klare Kriterien entsteht Streit über jeden Kontakt.
- Dubletten nicht geregelt: Kennt der Anbieter den Kunden bereits, stellt sich die Frage, ob trotzdem gezahlt wird. Legen Sie fest, wie bestehende Kontakte nachgewiesen werden.
- Bemessungsgrundlage unklar: Ein Prozentsatz „vom Umsatz“ lässt offen, ob Steuern, Rabatte oder Erstattungen abgezogen werden. Beschreiben Sie die Basis genau.
- Regulierte Vermittlung übersehen: Für Empfehlungen im Immobilien-, Finanz-, Versicherungs- oder Gesundheitsbereich gelten in den USA oft Erlaubnis- und Offenlegungsregeln. Diese Vorlage deckt solche Fälle nicht ab.
- Nachlaufende Ansprüche vergessen: Endet die Vereinbarung, bleibt unklar, ob spätere Folgeaufträge noch vergütet werden. Regeln Sie Dauer und Grenzen ausdrücklich.
So nutzen Sie die Vorlage.
- 01Prüfen Sie, ob die Empfehlungen einem regulierten Bereich zuzuordnen sind; dann ist diese Vorlage nicht geeignet.
- 02Legen Sie Kriterien für eine qualifizierte Einführung und das Vergütungsmodell fest.
- 03Erstellen Sie den Entwurf mit den Angaben zu Abrechnung, Offenlegung und Laufzeit.
- 04Lassen Sie Zulässigkeit und Offenlegungspflichten im Bundesstaat prüfen und unterzeichnen Sie anschließend.
Fachbegriffe kurz erklärt.
- Referral Agreement
- Englische Bezeichnung für eine Vereinbarung über die Vergütung von Kundenempfehlungen, im Deutschen auch Tippgebervereinbarung.
- Referral Fee
- Vergütung, die ein Empfehlender für eine erfolgreiche Kundenvermittlung erhält, als Festbetrag oder Prozentsatz.
- Tail Period
- Nachlaufzeitraum nach Vertragsende, in dem Abschlüsse aus früheren Empfehlungen noch vergütet werden können.
Häufige Fragen.
Eine qualifizierte Einführung ist eine Kundenvorstellung, die die vorher vereinbarten Kriterien erfüllt, etwa ein echter Bedarf, ein vereinbartes Erstgespräch oder ein Kontakt, der dem Anbieter noch nicht bekannt war. Erst sie löst den Vergütungsanspruch aus. Je genauer die Definition, desto weniger Streit.
Eine Empfehlungsvereinbarung betrifft Tippgeber, die Kontakte herstellen, aber nicht selbst verkaufen. Eine Provisionsvereinbarung regelt dagegen meist die erfolgsabhängige Vergütung von Personen, die aktiv im Vertrieb tätig sind, oft als Beschäftigte oder Vertriebspartner. Für Vertriebsmitarbeiter eignet sich daher eher die Provisionsvorlage.
Je nach Branche und Bundesstaat kann es Pflichten geben, Kunden über eine Vergütung des Empfehlenden zu informieren. Auch bei Empfehlungen in sozialen Medien bestehen Kennzeichnungsregeln. Die Vorlage fragt ab, wie die Offenlegung gehandhabt wird, ersetzt aber keine Prüfung der Pflichten.
In diesen Bereichen dürfen Vergütungen für Empfehlungen in den USA häufig nur an lizenzierte Personen gezahlt werden oder sind ganz eingeschränkt. Ein allgemeiner Vertrag würde diese Sonderregeln nicht abbilden. Für solche Vermittlungen ist eine spezialisierte Beratung nötig.
Das bestimmen die Parteien selbst, etwa bei Vertragsschluss des Kunden, bei Zahlungseingang oder nach Ablauf einer Widerrufs- oder Stornofrist. Die Vorlage trennt bewusst zwischen dem Verdienen der Vergütung und ihrer Abrechnung. So lässt sich auch eine Rückzahlung bei Storno sauber regeln.
Da Zulässigkeit und Offenlegung von Empfehlungsvergütungen örtlich unterschiedlich geregelt sind, empfiehlt sich eine Durchsicht durch einen im betreffenden Bundesstaat zugelassenen Anwalt. Er kann den Entwurf an Branche und Zielkunden anpassen.
Mehr als eine Vorlage.
Wenn Sie Partnerprogramme und Empfehlungsvergütungen über eine eigene US-Gesellschaft abwickeln möchten, klärt TAXXIT mit Ihnen im Erstgespräch die passende Struktur.
Was daneben liegt.
- Vorlage
Provisionsvereinbarung.
Eine Provisionsvereinbarung (Commission Agreement) legt fest, wie eine Person für Vertriebserfolge vergütet wird: Provisionssatz oder Betrag je Abschluss, Bemessungsgrundlage, Zeitpunkt des Verdienens, Abrechnung und Korrekturen bei Stornos.
- Vorlage
Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA).
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung (Non-Disclosure Agreement, NDA) verpflichtet den Empfänger, Informationen der offenlegenden Partei nur für einen festgelegten Zweck zu nutzen und nicht an Unbefugte weiterzugeben.
- Vorlage
Zahlungsbestätigung.
Eine Zahlungsbestätigung, auch Quittung oder Payment Receipt, ist ein Dokument, in dem der Empfänger bestätigt, eine bestimmte Zahlung erhalten zu haben.
