US-Firmengründung

Franchise Tax und Annual Tax: Was LLC-Inhaber wirklich jährlich zahlen müssen

Franchise Tax, Annual Tax, Annual Report Fee: Die Begriffe werden oft verwechselt. Wir ordnen ein, was Wyoming, Delaware und andere Bundesstaaten von LLC-Inhabern jährlich verlangen.

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Franchise Tax und Annual Tax für US-LLCs

Drei Begriffe, die ständig durcheinandergeworfen werden

"Franchise Tax", "Annual Tax" und "Annual Report Fee" klingen ähnlich, meinen aber je nach Bundesstaat unterschiedliche Dinge. Wer seine LLC in mehreren Staaten vergleicht oder eine Foreign Qualification plant, sollte die Unterschiede kennen – sonst drohen unerwartete Nachzahlungen oder sogar der Verlust des Good-Standing-Status.

Delaware: Annual Tax statt "Franchise Tax" für LLCs

Delaware nennt die jährliche Pauschalabgabe für LLCs offiziell "Annual Tax" (die klassische "Franchise Tax" im engeren Sinne betrifft Corporations, nicht LLCs). Wie bereits ausführlich behandelt, steigt dieser Betrag durch House Bill 400 rückwirkend zum 1. Januar 2026 von 300 auf 400 US-Dollar, fällig weiterhin am 1. Juni. Wichtig: Die Höhe ist unabhängig von Umsatz, Gewinn oder Mitgliederzahl – jede Delaware-LLC zahlt denselben Pauschalbetrag.

Wyoming: Lizenzsteuer statt Franchise Tax

Wyoming verlangt keine "Franchise Tax" im klassischen Sinn, sondern eine mit dem Annual Report verknüpfte Lizenzgebühr: mindestens 60 US-Dollar bei einem in Wyoming belegenen Vermögen unter 250.000 US-Dollar, darüber hinaus wertabhängig (0,0002 US-Dollar je Dollar Vermögen). Fällig ist die Zahlung jeweils am ersten Tag des Gründungsmonats.

Kalifornien: Die teuerste Variante

Kalifornien erhebt für jede im Staat tätige LLC eine jährliche Mindeststeuer von 800 US-Dollar – unabhängig vom Gewinn. Ab einem bestimmten Umsatz kommt zusätzlich eine gestaffelte "LLC Fee" hinzu. Für DACH-Gründer ist das meist erst relevant, wenn eine in Wyoming oder Delaware gegründete LLC durch eine Foreign Qualification auch in Kalifornien tätig wird.

Texas: Franchise Tax mit hoher Freigrenze

Texas erhebt eine echte Franchise Tax, allerdings mit einer hohen "No Tax Due"-Freigrenze (regelmäßig im niedrigen Millionenbereich Umsatz). Die meisten kleinen DACH-gegründeten LLCs bleiben darunter und müssen lediglich eine Nullmeldung einreichen – aber genau diese Meldung wird häufig vergessen, weil "keine Steuer fällig" fälschlich als "keine Meldung nötig" verstanden wird.

Was passiert bei Nichtzahlung?

In fast allen Bundesstaaten führt eine versäumte Zahlung zunächst zu Verzugszinsen und Strafgebühren, bei fortgesetzter Säumnis zum Verlust des Good-Standing-Status und im schlimmsten Fall zur administrativen Auflösung der LLC – ähnlich wie beim Fehlen eines gültigen Registered Agent.

Praxistipp: Fristenkalender führen

Da Fälligkeitstermine und Beträge sich von Staat zu Staat unterscheiden und sich – wie 2026 in Delaware gesehen – auch unterjährig ändern können, lohnt sich ein einfacher Fristenkalender pro LLC: Bundesstaat, Betrag, Fälligkeitsdatum, letzter Zahlungsnachweis.

Fazit

"Franchise Tax" ist ein Sammelbegriff, hinter dem sich in jedem Bundesstaat eine andere Regelung verbirgt. Wer seine LLC-Kosten realistisch plant, sollte nicht nur die einmaligen Gründungskosten, sondern auch diese wiederkehrende Jahresgebühr fest einkalkulieren.